{"id":521,"date":"2018-08-18T23:37:12","date_gmt":"2018-08-18T21:37:12","guid":{"rendered":"http:\/\/eric-borger.com\/?p=521"},"modified":"2018-08-28T19:57:51","modified_gmt":"2018-08-28T17:57:51","slug":"thorxtri-der-schwarze-fleck-auf-meiner-bislang-weissen-langdistanzweste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eric-borger.com\/?p=521","title":{"rendered":"thorXTri \u2013 der schwarze Fleck auf meiner bislang wei\u00dfen Langdistanzweste"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>oder<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schwimmen wird doch nicht \u00fcberbewertet<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unsere Elternzeitreise sollte uns dieses Jahr nach Norwegen f\u00fchren und da dachte ich mir (mal wieder, wie schon letztes Jahr in Neuseeland), machst mal einen besonderen Wettkampf. F\u00fcr den Norseman wurde ich nicht ausgelost, aber im Netz bin ich dann \u00fcber den thorXTri bzw. das Foto von der Serpentinenstra\u00dfe vom Fjord auch in die Berge gestolpert und war sofort begeistert. 3,8km Schwimmen im kalten Fjord, 180 Radkilometer mit ordentlich H\u00f6henmetern und i.d.R. eher widrigen Bedingungen und ein abschlie\u00dfender Coastal-Marathon. Mit eigenem Support. Soweit so gut.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/C645FB0E-52E4-4B0C-8DD6-3AD807B1AB86.jpeg\" \/><\/p>\n<p><!--more-->Etwas naiv dachte ich anfangs, den Support kann ja Rina \u00fcbernehmen, aber ja, das war naiv. Die Zwerge mitten in der Nacht aus dem Bett holen, Kinder f\u00fcttern, wickeln, mit ihnen \u00a0einen spielen, mir Klamotten, Verpflegung und sonst was anreichen, das kann nicht gut gehen.<\/p>\n<p>Also, wo bekomme ich jetzt einen Supporter her? Via Facebook habe ich den \u00f6rtlichen Triathlonverein in Stavanger kontaktiert und nach Support gefragt, worauf hin sich Julia bei mir meldete und ihre Unterst\u00fctzung zusagte. Sie hat sich dann auch reichlich Gedanken (wahrscheinlich deutlich mehr als ich) gemacht, lange mit mir telefoniert, ob ich alles an Material dabei h\u00e4tte, warme Kleidung, Handschuhe, Regelsachen, ob sie mir noch Material mitbringen soll und und und. Zudem hat sie schnell mal eine Karte mit m\u00f6glichen Verpflegungspunkten, Einkaufsm\u00f6glichkeiten usw. erstellt. Freitags Vormittags holte sie mich dann am Campingplatz in Stavanger ab (und brachte gleich noch eine Arbeitskollegin mit, die Fotos machen sollte) und wir fuhren nach Sidal zur Registration und Wettkampfbesprechung.<\/p>\n<p>Hier gab\u00b4s dann neben Timing Chip und GPS Sender noch eine Boje, welche wir alle, ausgestattet mit einer Stirnlampe, tragen mussten. So sollte man beim Schwimmen gesehen werden und konnte auch seine Mitathleten schwimmen sehen (das Schwimmen findet hier im Dunkeln statt).<\/p>\n<p>Beim Briefing wurde dann noch mal explizit \u00fcber die Str\u00f6mung durch die Wasserkraftwerke und den Fluss und die Ideallinie informiert, aber das hat mir ja leider trotzdem nicht geholfen. Auf der linken Seite des Fjordes gibt es 2 Wasserkraftwerke, die das Wasser von den Bergen geb\u00fcndelt in den Fjord einleiten und von vorn flie\u00dft ein kleiner Fluss in den Fjord. Das dritte Wasserkraftwerk auf der rechten Seite des Fjordes war ausser Betrieb. Das es eine starke Str\u00f6mung hat, wusste ich ja bereits und daher ging ich auch von einer Schwimmzeit an die 2h aus. Wie stark die Str\u00f6mung dann wirklich war, durfte ich am n\u00e4chsten Morgen erleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich im Hotel in Sirdal blieb, fuhren Julia und ihre Kollegin Lexi bereits runter nach Lysebotn und \u00fcbernachteten dort in einer Campingh\u00fctte. Ich fuhr dann Samstag fr\u00fch um 2:45 Uhr mit einem schwedischen Teilnehmer die gute Stunde runter zum Start. Insgesamt muss man sagen, waren hier alle sehr hilfsbereit. Athleten, Crew, Supporter usw. Man hat was an Material vergessen? Kein Problem, ein anderer hat\u00b4s doppelt und verleiht es, man braucht einen Shuttle zum Start, irgendwer nimmt einen mit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gegen kurz vor vier war ich dann in der Wechselzone, schnell alles fertig gemacht, Neo an, Lampe in die Boje und dann ging es mit dem Schnellboot die 3,8km raus zum Startpunkt. Eine kleine Landzunge mit Leuchtturm drauf. Hier haben wir dann noch ein Gruppenfoto geschossen und dann ging\u00b4s auch relativ schnell und unspektakul\u00e4r los. Am meisten machte mir ja das kalte Wasser Sorgen (um die 12 Grad waren angesagt), aber das hat mir erstaunlicherweise gar nichts ausgemacht. Dank Neoprensocken und Handschuhen, kam kaum K\u00e4lte durch. Am Kopf war es mit der dicken Neoprenhaube und Badekappe regelrecht warm.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/B3618270-4771-4261-A764-9B77A7AF5CD8.jpeg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/8F3BD116-25C6-436E-9838-EFB325C3311B.jpeg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/E9096148-6939-4338-AB77-F911E5980218.jpeg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/3A8DA04E-988D-4CC1-ABC9-0B449E9F4B30.jpeg\" \/><\/p>\n<p>Am Ende zeigte meine Garmin 13 Grad Wassertemperatur an, allerdings wei\u00df ich nicht, ob da noch K\u00f6rperw\u00e4rme vom Handgelenk abgestrahlt hat oder nicht. Ohne dies zus\u00e4tzlichen Neoprenteile w\u00e4re es zumindest sehr frisch geworden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anfangs lief das Schwimmen richtig gut, ich war irgendwo im vorderen Viertel des Feldes unterwegs und dachte \u201el\u00e4uft\u201c. Dann erreichte ich allerdings den Bereich des ersten Wasserkraftwerkes. Zun\u00e4chst merkte ich nichts von der Str\u00f6mung, bis mir beim Atmen auffiel, dass ich immer auf den gleichen Felsen schaue, sprich nicht vorw\u00e4rtskomme. Obwohl die Ideallinie rechts verlaufen sollte, schwammen auch links Athleten an mir vorbei, also versuchte ich es zun\u00e4chst dort, aber hier war kein vorkommen. Also zur\u00fcck in die Mitte und wieder ging es nicht weiter. Dann kamen von hinten drei weitere Schwimmer, diesmal eher rechts und ich habe versucht mich in den Wasserschatten zu h\u00e4ngen. Erneut erfolglos, die drei schwammen weiter und ich auf der Stelle. Dann sah ich ein Rettungsboot und \u00fcberlegte, es herbei zu winken, was ich dann aber doch erstmal unterlassen habe. Ich schwamm weiter gegen die Str\u00f6mung an und war weiter erfolglos. Als das Boot zum dritten Mal in meiner N\u00e4he vorbei kam, habe ich es dann doch herbei gewunken und mich rausziehen lassen.<\/p>\n<p>Angeblich kommt hier innerhalb von 45sec. die Wassermenge eines 50*20m Olympiabeckens in den Fjord gestr\u00f6mt, da kam ich einfach nicht gegen an. Auch wenn es wahrscheinlich eine vern\u00fcnftige Entscheidung war, \u00e4rgere ich mich jetzt im Nachhinein \u00fcber die Aufgabe. Ich h\u00e4tte es noch eine Weile versuchen m\u00fcssen, aber ich einer guten viertel Stunde auf der Stelle schwimmen, war irgendwie die Luft raus. Aber den Spruch \u201eSchwimmen wird total \u00fcberbewertet\u201c werde ich mir wohl abgew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem mich das Boot am Schwimmaussteig abgesetzt hatte, wollte ich es mir trotzdem nicht nehmen lassen, den ersten Teil der Radstrecke abzufahren. Diese war es ja, die mich zu diesem Rennen gelockt hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei leichtem Nieselregen ging\u00b4s dann auf die Strecke und hier bin ich f\u00fcr das wenige Training erstaunlich gut hochgekommen. Zu Beginn gute 7km Serpentinen von 0 auf rund 700 H\u00f6henmeter, inkl. eines 1,1km langen Tunnels mit einer 180 Grad Kehre. Dann ging es \u00fcber ein paar weiter Kilometer zum h\u00f6chsten Punkt der Strecke, bei 932m \u00fcber n.N. Klingt erstmal nach nicht viel bzw. nicht hoch, aber vom Klima und der Vegetation her d\u00fcrfte das einer H\u00f6he von \u00fcber 2.000m in den Alpen entsprechen. Auf der Passh\u00f6he warteten dann bereits Julia und Lexi und ich habe meine durchgeregneten Klamotten gegen trockene, warme Sachen getauscht, um mich dann bei 4 Grad in die Abfahrt zu machen und mich auf den n\u00e4chsten 70km von neuem durchregnen zu lassen. \u00a0Der Regen wurde dann zeitweise so stark, dass ich fast nichts mehr gesehen habe, aber die Natur braucht es ja.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/3E218ADA-A3EC-491A-BA66-A0595C185443.jpeg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/E835AF10-4A3E-4EBE-A0B9-B66E4C830D84.jpeg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eric-borger.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/1AAEC4BB-5CB2-45DB-863E-859FC3A633AB.jpeg\" \/><\/p>\n<p>Meine wasserdichten Socken waren so dicht, die haben kein Wasser mehr rausgelassen und meine Regenjacke (nach UTMB Reglement mit 10.000mm Wassers\u00e4ule) hat mich auch im Stich gelassen. Bei der H\u00e4lfte der Radstrecke bin ich dann ein Cafe eingekehrt, habe mich umgezogen und den Triathlon f\u00fcr dieses Jahr beendet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach 17 erfolgreichen Langdistanzen, 2 mal Inferno-Triathlon, dem Triple von Lensahn und unz\u00e4hligen kleineren Rennen, ist der thorXTri der erste Triathlonwettkampf, den ich aufgeben musste (von der MD in Moret letztes Jahr mal abgesehen, aber ohne Kurbel kein RadelnJ). Naja, dann mu\u00df ich wohl irgendwann nochmal nach Norwegen\u2026\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielen Dank an Julia und Lexi f\u00fcr den guten Support\/thanx Julia and Lexi for the great support.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich vielen Dank Rina, f\u00fcr die freien Tage, das Kinder h\u00fcten und die M\u00f6glichkeit, an diesem, trotz dnf, tollen Event teilzunehmen. Du bist die Beste!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder Schwimmen wird doch nicht \u00fcberbewertet &nbsp; &nbsp; Unsere Elternzeitreise sollte uns dieses Jahr nach Norwegen f\u00fchren und da dachte ich mir (mal wieder, wie schon letztes Jahr in Neuseeland), machst mal einen besonderen Wettkampf. 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