{"id":64,"date":"2012-07-30T21:05:43","date_gmt":"2012-07-30T19:05:43","guid":{"rendered":"http:\/\/eric-borger.com\/?p=64"},"modified":"2017-05-03T11:22:10","modified_gmt":"2017-05-03T09:22:10","slug":"triple-ultra-triathlon-lensahn-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eric-borger.com\/?p=64","title":{"rendered":"Triple Ultra Triathlon Lensahn 2012"},"content":{"rendered":"<p>Der l\u00e4ngste Tag des Jahres, hoch 3<br \/>\nTriple Ultra Triathlon Lensahn = 11,4km Schwimmen, 540km Rad fahren &#038; 126,6km Laufen<\/p>\n<p>Nach 10 Ironman-Distanzen seit 2004 wollte ich mich in diesem Jahr einer neue triathletischen Herausforderung stellen: Einem dreifachen Ironman. Eins vorweg, ich hab\u00b4s geschafft, aber mit Sport hatte das am Ende nicht viel gemeinsam. Es war ein Sieg des Kopfes \u00fcber den K\u00f6rper und ma\u00dfgeblich meinem Team zu verdanken. Im Gegensatz zu einem \u201enormalen\u201c Triathlon, bei dem Hilfe von Au\u00dfen verboten ist, darf und sollte man hier von einer Crew unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Bevor der Startschuss am Freitag, 27.07. um 7 Uhr fiel, stand am Donnerstagvormittag erst mal eine f\u00fcr jeden Athleten obligatorische Untersuchung des H\u00e4matokrit-Wertes und die Abgabe eines \u00e4rztlichen Attestes an. Erst danach ist ein Start m\u00f6glich.  Im  Anschluss folgte die Wettkampfbesprechung und am Abend die Pastaparty, die Vorstellung aller 48 Athleten und die Ausgabe der Startunterlagen.<br \/>\nDer Wettkampftag startete dann gegen 5 Uhr mit einem kleinen Fr\u00fchst\u00fcck (Milchreis mit Schokoso\u00dfe und Nutellabrot) f\u00fcr die, nun vollst\u00e4ndige, Crew. Stefan und Torsten sind mitten in der Nacht angekommen und in Stefan\u00b4s Wohnmobil geblieben. Katharina hatte ich bereits am Donnerstag fr\u00fch am Hamburger HBF in Empfang genommen und Joost &#038; Bettina trafen am Donnerstagnachmittag ein.<br \/>\nNach dem Fr\u00fchst\u00fcck haben wir meine zwei Wettkampfr\u00e4der zusammengebaut, alle Sachen in den Autos verstaut und sind zum Start an Waldschwimmbad gefahren.<br \/>\nRichtig, zum Schwimmbad. Denn, w\u00e4hrend schon die pure Streckenl\u00e4nge die meisten Menschen zum Kopfsch\u00fctteln bewegt, versetzt die Streckeneinteilung erst Recht in ungl\u00e4ubiges Staunen. 228 Bahnen im Schwimmbad, 67 Runden auf der rund 8km langen Radrunde und 96 Laufrunden a`1,32km. Nicht nur eine Pr\u00fcfung f\u00fcr den K\u00f6rper, sondern auch f\u00fcr den Kopf.<br \/>\nNach dem Einrichten der Wechselzone und dem Anziehen des Neo\u00b4s ging\u00b4s um kurz vor 7 ins Wasser.<br \/>\n11,4km, soviel bin ich schon lange nicht mehr und erst Recht nicht am St\u00fcck geschwommen. Egal, alles Kopfsache dachte ich mir. Mir meiner m\u00e4\u00dfigen Schwimmleistung bewusst, bin ich als vorletzter auf meiner Bahn gestartet, jedoch hat sich meine Bahn insgesamt als nicht so flott herausgestellt, sodass ich mich nach der zweiten Bahn an die Spitze des Feldes gesetzt und das Tempo etwas erh\u00f6ht habe. Nur meine Schwimmbrille machte mir Probleme. Von Anfang an hatte ich Wasser im linken Brillenglas und die Brille sa\u00df insgesamt zu fest, sodass die Augenh\u00f6hle ziemlich schmerzte.<br \/>\nNach einer guten Stunde hab ich mir eine neue Brille geben lassen und die sa\u00df den Rest der Strecke sehr gut.  Die Stimmung im Schwimmbad war, sofern man das aus dem Wasser beurteilen kann, super. Viele Zuschauer, super Wetter und eine gute Moderation.<br \/>\nDie Schwimmzwischenzeiten sahen wie folgt aus: 2km-00h:39min, 4km-1h:21min, 6km-2h:06min, 8km-2h:54min, bis jetzt lief alles deutlich unter Plan, aber so langsam werden doch die Arme schwer. 10km-3h:42min. So langsam k\u00f6nnte das Schwimmen zu Ende gehen, 11,4km-4h:17min und 19 sec.<br \/>\nPlatz 21 nach dem Schwimmen.<br \/>\nGut 13 Minuten unter meiner geplanten Zielzeit. Bin sehr zufrieden. Meine Crew hat sich auch tapfer geschlagen, \u00fcber 4h in der Sonne gesessen und mir regelm\u00e4\u00dfig Getr\u00e4nke angereicht und absolvierte Streckenl\u00e4ngen durchgesagt.<br \/>\nRund viereinhalb Minuten hat dann der Wechsel gedauert und meine Paradedisziplin sollte beginnen.<br \/>\nMit der Temperatur hab ich mich ein wenig vertan. Nach der zweiten Radrunde musste ich mich meines Radunterhemdes entledigen und ein \u00e4rmelloses Shirt anziehen. Die Sonne brannte vom Himmel und das Thermometer stieg auf jenseits der 30 Grad. W\u00e4hrend ich Runde um Runde auf meinem Storck Aero abgespulte, sorgte meine Crew lautstark an der Strecke f\u00fcr Stimmung. So wurde es mit zumindest von anderen Athleten und Zuschauern zugetragen. Nach rund 240km begann dann die Nacht und damit verbunden ein Wechsel vom Storck auf das Kuota Kredo Ultra, hier war bereits die Beleuchtungsanlage installiert. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich um einen Platz auf Rang 20 verbessern. Ob\u00b4s am Rad oder an den k\u00fchleren Temperaturen in der Nacht lag, kann ich nicht sagen, aber ich hatte die letzten 300km das Gef\u00fchl, dass es immer besser l\u00e4uft. Nur die F\u00fc\u00dfe schmerzen von den Radschuhen, dieses Problem konnte ich aber mittels meiner Einlagen aus den Laufschuhen beheben.<br \/>\nAber ich mu\u00df auch zugeben, die Strecke untersch\u00e4tz zu haben. Klar, der hohe Norden Deutschlands ist flach, aber wenn man 30, 40, 50, 67 Mal den gleichen kleinen Anstieg hoch f\u00e4hrt kann das schon zerm\u00fcrben. Hinzu kommt der permanente Wind. Auf der anderen Seite bin ich, studienbedingt, mit nicht mal halb so vielen Radtrainingskilometern in ein Rennen gegangen, als in den vergangenen Jahren und das bei dreimal l\u00e4ngerer Strecke.<br \/>\nIrgendwann mitten in der Nacht kam dann ein Gewitter auf, mit Starkregen, Sturmb\u00f6en und Blitz und Donner. Etwas schade fand ich hier, dass es seitens des Veranstalters keine offizielle Unterbrechung gab. Mit Regen hab ich ja kein Problem, das geh\u00f6rt beim Outdoorsport dazu, aber bei Blitzen auf der Radstrecke war mir das Risiko zu gro\u00df.<br \/>\nNach einer rund 40 min\u00fctigen Pause gings dann wieder auf die Strecke. Durch die Pause bin ich allerdings wieder auf Platz 21 zur\u00fcckgefallen. Egal, Sicherheit geht vor.<br \/>\nVon nun an hab ich mich aber wieder nach vorn gearbeitet. Wurde aber 170km vor Schluss vom ersteren Platten ausgebremst. Den hat mein Team fix repariert und weiter ging\u00b4s um kurz darauf vom n\u00e4chsten Platten ausgebremst zu werden. Inzwischen sieht man immer h\u00e4ufiger Athelten mit Platten am Wegesrand stehen. Vielleicht hat der Regen Dreck auf die Stra\u00dfe gesp\u00fclt oder es ist entlang der Strecke ein Glas zerbrochen, Wir wissen es nicht.<br \/>\nUm 6:45 Uhr noch eine letzte Pause, dann noch zehn Runden. Nat\u00fcrlich sind die Beine schwer nach so einer Distanz, aber alles in allem f\u00fchle ich mich noch wohl. Auf den letzten 6 Runden begleitete mich dann noch Stefan auf der Radstrecke, selbstverst\u00e4ndlich nur neben, nicht vor mir.<br \/>\n22h:26min f\u00fcr 540 Radkilometer und Platz 15 nach dem Rad fahren.<br \/>\nJetzt nur noch 126,6km laufen.<br \/>\nDie erste Runde wollte ich nutzen, um mich nach dem Rad fahren wieder an eine aufrechte Position zu gew\u00f6hnen, die Strecke zu erkunden und noch ein Nutellabrot zu essen. Also war erstmal gehen angesagt. Da w\u00e4hrend des Laufens Begleitung erlaubt ist, hatte ich fast jeden Kilometer einen meiner Betreuer um mich. Die erste Runde ging an meine Freundin Katharina.<br \/>\nIn der zweiten Runde bin ich dann Laufen eingestiegen. Hier wurde mir st\u00e4ndig von meinen Betreuern gesagt, dass ich es zu schnelle angehe, aber langsamer ging irgendwie auch nicht.<br \/>\nDas Wetter auf  der Laufstrecke war sehr wechselhaft, von Sonne und hei\u00df bis k\u00fchl mit Nieselregen alles dabei.<br \/>\nDas Besondere an der Veranstaltung ist die Atmosph\u00e4re entlang der Strecke und die Anwohner, die hier entlang der Strecke grillen, Party machen und anfeuern. Auch f\u00fcr die Kinder des Ortes scheint das Rennen das Highlight des Jahres zu sein. Die Kinder Laufen und Radeln neben den Athleten her, fragen nach Autogrammen und feuern an. Einfach genial.<br \/>\nW\u00e4hrend der ersten H\u00e4lfte des Rennes konnte ich sogar meinen 15. Platz verteidigen. Aber es wird zunehmend z\u00e4her. Die zweite Nacht war dann kein Spass mehr. Ich geb zu, ich hab sehr gelitten und meine Crew mit mir. Nach gut 2\/3 der Strecke ereilte mich der Mann mit dem Hammer und ich war von jetzt auf gleich total energielos. Wie ein Zombie hab ich man dann Runde um Runde \u00fcber Strecke geschleift. Eigentlich war der Plan, auch diese Nacht komplett durch zu laufen, aber es ging einfach nicht, ich war platt, leer. Stefan, Katharina und Torsten haben mich dann zu einen kurzen Power Napp \u00fcberredet. Und ich das war eine echt gute Idee. Nach einer guten halben Stunde Schlaf, ging\u00b4s mir wieder etwas besser und ich konnte das Rennen fortsetzten. Wobei ich mir hier schon eingestehen mu\u00df, dass es im Grunde ab der zweiten Nacht nicht mehr viel Sport zu tun hatte, was die Athleten (vielleicht mit Ausnahme der ersten 10 Sportler) hier abgeliefert haben. Wir haben und \u00fcber Strecke geschleppt und gelitten. Hier war es nur noch der Kopf, der gesagt \u201eimmer weiter gehen, du kommst ins Ziel\u201c. Irgendwann war es dann soweit, die 95 und vorletzte Runde war beendet und im Zielbereich bekommt man vom Veranstalter seine Landesflagge in die Hand gedr\u00fcckt und wird in umgekehrter Richtung eine letzte Runde \u00fcber die Strecke geschickt. Hier kann man sich dann noch mal richtig von allen Zuschauern, eigenen und fremden Betreuern und den anderen Athleten anfeuern lassen.<br \/>\nNach 48:36:03h und auf Platz 18 liegend beendete ich somit meinen ersten Triple-Ultra Triathlon. Insgesamt eine tolle Veranstaltung, die meine Crew und insbesondere mich an die Grenzen der Leistungs- und Leidensf\u00e4higkeit  gebracht hat.<br \/>\nWenige Minuten nach dem Finish hat sich dann auch mein Kreislauf verabschiedet und ich landete im Sani-Zelt. Rund 2h und 2 Infusionen sp\u00e4ter ging\u00b4s mir aber wieder deutlich besser.<br \/>\nWer jetzt denkt, w\u00e4hrend so einer Veranstaltung ern\u00e4hrt man sich nur von Energiegels- und Riegeln, hier noch eine kleine Auflistung meiner Verpflegung:<br \/>\nIsogetr\u00e4nke, Cola, Red Bull, Weizenbier (mit und ohne Alkohol), Milch, Eiwei\u00dfshakes, Gem\u00fcsebr\u00fche, Milchreis, Nutellabrot, Nudeln mit Obst, Nudeln mit Hackfleischso\u00dfe, Kuchen, Salzbrezeln, Gelbwurst u.v.m.<br \/>\nUnd zum Training kann ich sagen, dass ich insgesamt etwas weniger trainiert habe, als f\u00fcr einen normalen Ironman, hab jedoch mehr l\u00e4ngere L\u00e4ufe in Form von Marathonen und Ultras absolviert: zwei Marathone, ein 50km &#038; ein 100km Lauf im Vorfeld sollten die Grundlage legen.<br \/>\nEinen besonderen Dank an meine Freundin Katharina, die mich begleitet und mit gelitten hat, an Stefan, Torsten, Joost &#038; Bettina, die mich ebenfalls abwechselnd begleitet und mit Essen und Trinken versorgt haben. Weiterhin Danke an die Physiopraxis Neumann f\u00fcr den kurzfristigen Termin vorm Rennen, an RSK Erlensee, daf\u00fcr dass meine R\u00e4der so gut gelaufen sind.<\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/goo.gl\/photos\/b1WEKixYkAtfnNr47\">hier gehts zu den Bildern und Videos<\/a> Danke an dieser Stelle an Katharina f\u00fcr die viele Arbeit, die du in die Videos gesteckt hast<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der l\u00e4ngste Tag des Jahres, hoch 3 Triple Ultra Triathlon Lensahn = 11,4km Schwimmen, 540km Rad fahren &#038; 126,6km Laufen Nach 10 Ironman-Distanzen seit 2004 wollte ich mich in diesem Jahr einer neue triathletischen Herausforderung stellen: Einem dreifachen Ironman. Eins vorweg, ich hab\u00b4s geschafft, aber mit Sport hatte das am Ende nicht viel gemeinsam. Es &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/eric-borger.com\/?p=64\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eTriple Ultra Triathlon Lensahn 2012\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-64","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rennberichte"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=64"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":178,"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64\/revisions\/178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=64"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=64"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eric-borger.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=64"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}