Winterman Xtreme Triathlon 2021

Für das zweite Oktoberwochenende stand beim Winterman im tschechischen Decin mein triathletischer Saisonabschluss für dieses Jahr an. Laut Ausschreibung 8,9km eiskaltes Schwimmen bei der Dunkelheit in der Elbe, 178km Radfahren mit rund 3.100 Höhenmetern und zum Abschluss rund 43km Laufen mit weiteren 1.000m im Anstieg.

Geplant war meine Teilnahme seit Anfang des Jahres, mit Sebastian als Supporter (ein eigener Supporter ist hier, wie bei den meisten XTri´s, obligatorisch. 4 Tage vor dem Rennen meldete sich Sebastian dann aber leider krank. Leider blieb auch die Suche nach einem Ersatz im Verein ergebnislos. Das Angebot meiner Frau, mich zu supporten war lieb gemeint, aber was machen mit den Kindern? Also auch keine Option. Blieben noch 2 Möglichkeiten, die Suche nach einem Ersatzmann via sozialer Medien oder einfach nicht teilnehmen. Ich habe dann einen Post auf Facebook mit der Suchanfrage abgesetzt, woraufhin sich meine damalige ThorXtri-Supporterin aus Norwegen mit dem Tip meldete, mal bei Petr Vabrousek anzufragen. Ein guter Hinwies. Er vermittelte mir Zdenek Sima, einen ehemaligen Schwimmer und Triathleten Anfang 60. Ein guter Tip. Zdenek kam extra Samstag aus Prag angereist, um mich zu supporten.

Schon bei meiner Ankunft Samstag früh in Decin war mir klar, dass das eine kalte Veranstaltung wird. 3 Grad zeigte das Thermometer. Nach Abholung der Startunterlagen bin etwas durch die Stadt geschlendert und habe mich anschließend noch etwas im Wohnmobil entspannt, bevor es um 16 Uhr zur Wettkampfbesprechung ging.

Nach der Besprechung bin ich mit Zdenek Essen gegangen und wir haben anhand des Roadbooks die Verpflegungspunkte ausgearbeitet und besprochen, wie er mich am besten unterstützen kann. Anschließend ging’s relativ früh ins Bett, da der Wecker bereits um 3 Uhr wieder klingeln sollte. Ok, ich wurde früher wach und war dann schon gegen 3 Uhr in der Wechselzone.

Bei 2 Grad Außentemperatur habe ich auch noch keine Wechselzone im Triathlon eingerichtet. Es versprach ein kühler Tag zu werden. Da sollte die 15 Grad kalte/warme? Elbe noch einer der wärmeren Parts sein.

Um 4:30 wurden wir Athleten dann mit dem Bus zum rund 9km entfernten Schwimmstart gefahren. Hier war dann bereits ein Bottich mit kaltem Wasser aufgebaut und es wurde Wasser aus der zum an die Temperatur gewöhnen hochgepumpt.

Das Rennen begann dann mit einem Sprung von einem Gerüst in die Elbe. Da Schwimmen ja ohnehin nicht meine Disziplin ist, habe ich mal so gut wie alle anderen vorgelassen und bin als einer der letzten Athleten ins Wasser gesprungen. Anfangs konnte ich mich an den roten Blinklichtern meiner Mitathleten orientieren, aber auf Grund der Strömung, welche ich zunächst als garnicht so stark wahrgenommen habe, und des Nebels und der Dunkelheit, waren die schnell nicht mehr zu sehen.

Gefühlt war ich sehr langsam unterwegs, aber beim ersten Blick auf die Uhr hatte ich schon gut 5km in 45 Min hinter mich gebracht. Mit zunehmender Helligkeit konnte man dann auch die Strömung anhand der vorbeiziehenden Uferböschung erahnen. Es ging also doch sehr zügig voran. Nach gute 6,5km hatte mich kurz ein Wadenkrampf aus dem Konzept gebracht, aber der hatte sich glücklicherweise nach ein paar Minuten wieder verflüchtigt.

Nachdem das Wasser anfangs weniger kalt als erwartet war, wurde es gegen kurz vor Ende durch einen einfließenden Nebenfluss doch noch mal recht frisch. Angeblich rund 8 Grad.

Dann galt es, sich nicht von der Strömung am Schwimmausstieg vorbeidrücken zu lassen. Geschafft, nach 1:24h hatte ich das Schwimmen beendet.

Am Schwimmausstieg wartete dann schon Zdenek auf mich, half mir beim Umziehen und hatte heißen Kaffee dabei. 24 Minuten hat der erste Wechsel gedauert, davon wahrscheinlich allein 5 Minuten, um mit meinen klammen unbeweglichen Fingern in die Handschuhe zu kommen.

T 1

Nachdem ich das Eis von meinem Navi gewischt habe, ging der Radpart los. 178km bergige Kilometer lagen vor mir. Im Gegensatz zum Ironman Thun, bei dem Radstrecke zwar auch 2.200 Höhenmeter hatte, war es hier deutlich anspruchsvoller zu fahren. Viele kleine, teils steile Anstiege, sehr unrhythmisch zu fahren. Zudem im fließenden Verkehr, wobei das kein Problem war, es herrschte nicht viel Verkehr.

Mein Problem war diesmal vielmehr mein Magen, der mir während der ganzen Radfahrt Unbehagen bereitete.

Wie üblich konnte ich meine Position auf dem Rad wieder verbessern und mich nach vorne arbeiten, wobei die Kälte ziemlich kräftezehrend war und die zwei Toilettenstopps etwas Zeit kosteten. Nachdem ich bei KM 137 etwas Cola hatte, wurde langsam der Magen besser.

8:12h auf der Radstrecke war jetzt kein Highlight, aber alles in allem ganz ok.

Landschaftlich eine schöne, abwechslungsreiche Strecke, viel im Schatten gelegen und damit recht kühl. Kühler als das Schwimmen in der Elbe.

In der Wechselzone wartete wieder Zdenek auf mich, half mir wieder beim Wechsel und verstaute meine Sachen. Später holte ich mich dann mit dem MTB ein und begleitete mich auf den ersten 11km der Laufstrecke mit Rad. Da lief es trotz trauriger Strecke recht gut.

Der Rest der Laufstrecke verlief dann aber eher schleppen und nach Sonnenuntergang wurde es auch wieder sehr kalt. Bei Kilometer 32 gab es einen Cut-Off, der vor 22 Uhr passiert werden musste. Da ich hier grob gegen 20:40 Uhr durch kam, hatte ich noch gut Puffer bis zum Zielschluß um Mitternacht.

Von Kilometer 32 ging es dann auf den letzten 10-11km über weitere 500 Höhenmeter Richtung Ziel.

Nach 16:45 Stunden erreichten Zdenek und ich dann gegen 22:15 Uhr das Ziel. Insgesamt ein sehr anspruchsvolles Rennen, zwar unter sonnigen aber recht frischen Temperaturen. Es war toll, nach dem ThorXtri uns dem StoneBrixiaMan mal wieder einen Extremtriathlon zufinishen. Es war mein zwanzigstes Langdistanzfinish.

Danke an Rina für das freie Rennwochenende und danke an Zdenek für den wertvollen Support.

2 Antworten auf „Winterman Xtreme Triathlon 2021“

  1. Erich, congrats again! To be honest, especially during the run course I was a bit afraid you would not make it to the finish 🙁 but you proved to be much stronger than appeared! I had then no doubts since the cut-off at km 32 🙂
    Congrats again ! As I told you, I deleted Winterman from my Bucket list and rather registered for Thun IM 2022.
    Good luck and enjoy the best possible relax, you deserve it.
    Zdeněk

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